21.04.2020

Die Bescheidenheit der Senioren

Hnde.jpgSeit über vier Wochen nun harren unsere Senioren geduldig zuhause aus und lassen sich die Lebensmittel von Nachbarn, Freiwilligen oder Verwandten nach Hause liefern.
Für sie ist es absolut ungewohnt abhängig zu sein. Im Alter so lange wie möglich selbstständig zu sein ist eigentlich der Wunsch und das Credo eines jeden. Der tägliche Spaziergang zum Einkauf, der Schwatz an der Fleischtheke und die Inspiration am Gemüsestand für das Mittagessen ist Bewegung, Abwechslung und Erfüllung zugleich.

In Zeiten des Corona jedoch wird der gebrachte Einkauf zum Überraschungsei. Steht Toastbrot auf dem Einkaufszettel, bringt das herzige Nachbarmädchen eine XXL-Familienpackung der Seniorin, weil sie es für die Grossfamilie zuhause nicht anders kennt. Steht Mostbröckli auf der Liste, bringt der Enkel getrocknetes Katzenfutter mit. Der Arme hat bestimmt stundenlang im Geschäft nach getrockneten Bröckli gesucht. Und wie reagieren die Senioren? Mit einem Lächeln auf dem Gesicht und einem Schmunzeln im Herzen bedanken sie sich und würden niemals den Einkauf beanstanden. Sie verzichten sogar auf die geliebten Guezli zum Kaffee und den Schluck Wein zum Sonntagsessen, weil diese Lebensmittel ja nicht «lebensnotwendig» sind…

Unsere Senioren sind die wahren Helden dieser Krise, bescheiden und dankbar.
Trotzdem liebe Senioren: Gerade in Zeiten des Corona ist der Genuss ein wichtiges Elixier! Bestellen Sie auch Ihre Schokolade, den Prosecco und das Bettmümpfeli bei Ihrem Helfer. Es wird ihm das Gefühl geben, dass er Ihr Leben ein wenig verschönern kann!

Admin - 19:09 | Kommentar hinzufügen